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Soziale Kompetenz und praktische Erfahrung als Schlüssel zum Berufseinstieg

Worauf kommt es einem Arbeitgeber bei der Auswahl eines neuen Mitarbeiters an? Und wie kann er davon überzeugt werden, genau mich einzustellen? Diese Fragen stellen sich viele junge Menschen, die sich mit nur wenig oder gar keiner Berufserfahrung auf einen Ausbildungsplatz bewerben oder nach dem Studium eine Stelle suchen.

Laut eine aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK) bei rund 2200 Unternehmen, sind soziale Kompetenzen und praktische Erfahrungen oft ausschlaggebend dafür, ob ein Absolvent eingestellt wird oder nicht.

Experten verweisen immer wieder auf die drei zentralen Aspekte bei der Auswahl eines Mitarbeiters: Kompetenz, Persönlichkeit und Leistungsmotivation. Im Hinblick auf diese Bereiche wird ein Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen, während des Gespräches befragt und schließlich ausgewählt. Dies sollten Schüler und Studenten berücksichtigen und sich entsprechend vorbereiten.

Fachliche Kompetenzen

Sowohl im Anschreiben, als auch im Lebenslauf und in einem späteren Vorstellungsgespräch muss der Bewerber den Arbeitgeber davon überzeugen, dass er die beruflichen Aufgaben bewältigen kann.

Ein erstes Bild macht sich dieser beim Lesen der Bewerbungsunterlagen. Schon hier muss der Bewerber deutlich herausstellen, warum er der Aufgabe gewachsen ist. Einem überzeugenden Auftritt sollte also eine Bestandsaufnahme der persönlichen Stärken vorausgehen.

Überzeugender wird ein Bewerber immer sein, wenn er erste Praxiserfahrungen im beruflichen Umfeld gesammelt hat. Da Berufserfahrung besonders bei Schulabgängern, aber meist auch bei Hochschulabsolventen naturgemäß fehlt, ist es wichtig, absolvierte Praktika, Nebenjobs oder ehrenamtliche Engagements im Lebenslauf zu beschreiben. Bsp: Wer sich auf ein journalistisches Volontariat bewirbt, sollte also mindestens schon einmal für die lokale Tageszeitung geschrieben haben. Auch die Mitgliedschaft in einem Verein kann durchaus von Vorteil sein. "Was können mir die Funken Rot Weiß schon für Vorteile bringen", mag sich eine Bewerberin fragen. Die Mitgliedschaft zeigt, dass es sich um einen Menschen handelt, der sehr diszipliniert und regelmäßig trainiert, verantwortungsvoll an Auftritten teilnimmt, gerne in der Gruppe aktiv ist, einen Ausgleich zum Arbeitsalltag hat.

Persönlichkeit

In einem persönlichen Gespräch ist der erste Eindruck entscheidend. Sympathie und Persönlichkeit spielen bei der Stellenvergabe eine nicht zu unterschätzende Rolle. Dies spiegelt sich nicht nur in der für den Anlass angemessenen und für die Stelle passenden Kleidung wieder, sondern vor allem darin, wie sich jemand im Vorstellungsgespräch verhält.

Ein höfliches "Guten Tag", ein freundliches Lächeln und Interesse am Gegenüber im Gespräch werden positiv bewertet und sind ebenso ausschlaggebend wie überzeugende Antworten zu den Themen Teamorientierung und Kontaktfähigkeit. Bsp: Auch hier sollten sich Berufsanfänger überlegen, wo sie ihre etwa Teamfähigkeit bereits unter Beweis gestellt haben, etwa bei der Organisation eines Uni-Events etc.

Mit Fragen wie: "Was schätzen sie an ihren Freunden/Kollegen" oder "Wie gehen Sie mit Konfliktsituationen im Schulalltag/ am Arbeitsplatz um" möchte der Arbeitgeber herausfinden, mit welchem Menschen er es zu tun hat und ob diese Persönlichkeit in das Team und das Unternehmen passt.

Leistungsmotivation

Durch Fragen wie "Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben" oder "Auf welche ihrer bisherigen Leistungen sind Sie besonders stolz?" kommt der Interviewer der Leistungsmotivation eines Bewerbers auf die Spur. Diese nimmt bei der Einstellung junger Menschen einen besonders hohen Stellenwert ein und sollte daher auch schon im Anschreiben deutlich gemacht werden.

Viele Jugendliche bewerben sich auf Stellen in unterschiedlichen Berufsfeldern. Oft sind sie gar nicht sicher, ob sie den anvisierten Beruf wirklich ausüben möchten und haben die Tätigkeit häufig auch noch nicht in einem Praktikum kennen gelernt.

Demgegenüber stehen Bewerber, die in Praktika und ersten Nebenjobs gezeigt haben, dass sie zuverlässig und motiviert, manchmal sogar über einen längeren Zeitraum hinweg, arbeiten können. Viele haben diese Tätigkeiten auch sehr bewusst gewählt, im Hinblick auf einen bestimmten Ausbildungsplatz oder eine Fachrichtung nach dem Studium.

Der Arbeitgeber möchte herausfinden, wie hoch die Motivation des Bewerbers tatsächlich ist und ob sich dieser bewusst mit der Stelle, dem Beruf und dem Unternehmen beschäftigt hat. Genauso möchte er herausfinden, wie hoch der Arbeitswille und die Lernfähigkeit im Allgemeinen sind.

Sowohl für Schulabgänger auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz als auch für Hochschulabsolventen gilt also: Vorbereitung ist wichtig. Lippenbekenntnisse reichen nicht, wenn man einen Arbeitgeber von seiner Motivation und seinen Kompetenzen überzeugen will. Vor jeder Bewerbung sollte daher nicht nur die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen persönlichen und fachlichen Profil stehen, genauso wichtig ist es auch erste Praxiserfahrungen zu sammeln.

Können die persönlichen Stärken und Fähigkeiten überzeugend dargestellt werden, ist die Basis gelegt, ein Vorstellungsgespräch souverän zu meistern und eine Chance auf den Einstieg in die Arbeitswelt zu erhalten.