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Foto: Johannes Bergunder

Lernst du noch oder badged du schon?

Twittern, liken, teilen – soziales Leben findet für junge Menschen auch im Internet statt. Ebenso die Stellensuche: Der Löwenanteil aller Bewerbungen läuft heute online. Warum stellen wir dann ausschließlich Lernzertifikate auf Papier aus, fragten sich die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (.lkj)) und GOEUROPE! Europäisches Jugend Kompetenz Zentrum Sachsen-Anhalt und riefen mit dem Projekt „Learning Badges (youward)“ die Learning Badges ins Leben: digitale Abzeichen zur Anerkennung von außerschulischen Lernerfahrungen. Wir sprachen mit dem Projektleiter Johannes Bergunder.

Herr Bergunder, mit den Digitalen Lernabzeichen sind sie angetreten, die Zertifikatswelt zu modernisieren und in die digitale Welt der Social Media zu überführen. Wofür nutze ich die Learning Badges?

Die Learning Badges sind eine Graphik, die mit Informationen verknüpft ist. Sie werden online eingebunden – zum Beispiel im Facebookprofil – oder mit dem eigenen Bewerbungsdossier verlinkt. Das heißt: Die Badges helfen den Jugendlichen einerseits, eigene Lernerfolge im Verlaufe eines Projektes zu erkennen und zu strukturieren, andererseits können sie ohne großen Aufwand genutzt werden, um Freunde und auch potentielle Arbeitgeber auf die erworbenen Kompetenzen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wirken die Badges auch in den Maßnahmen selbst motivierend. Ganz im Sinne des „gamification“ Prinzips tragen sie dazu bei, schwierigere Sach- und Themenbezüge in „kleine Häppchen“ aufzuteilen und dank des Spielelements interessanter darzustellen.

Das Projekt Learning Badges (youward) läuft nun seit knapp 1,5 Jahren. Was sind die die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt?

Wir haben von allen Beteiligten, den Jugendlichen wie den Partnerorganisationen, die Rückmeldung bekommen, dass die Learning Badges ein nützliches Tool mit viel Entwicklungspotential sind und dazu beitragen, die Chancen internationaler Jugendarbeit auf zeitgemäße Weise sichtbar zu machen. Eine weitere und verstärkte Nutzung würden alle begrüßen.

Wie kann es denn weitergehen? Welche Schritte müsste man angehen?

Will man das Potential der Learning Badges ausschöpfen, das heißt, die Badges weiterentwickeln, deutschlandweit anbieten und mit den bestehenden Nachweissystemen verknüpfen, braucht es weitere Ressourcen und beispielsweise eine koordinierende Stelle.

Denn teilweise war es den Partnern mit ihren begrenzten Ressourcen nicht möglich, die Badges in der gewünschten Tiefe und Qualität umzusetzen. Die Vorbereitung und Anwendung der Abzeichen bedeutet einen initialen Arbeitsaufwand, den nicht alle Trägerorganisationen stemmen können. Um hier die Badges in der gewünschten Tiefe und Qualität umzusetzen, braucht es entsprechenden Support von erfahrenen Anwender/-innen. 

Eine im Rahmen des Projektes immer wieder angesprochene Idee ist auch die Weiterentwicklung der technischen Umsetzung in Form der Ausgabeplattform. Das Internet entwickelt sich ständig weiter, so auch das Nutzungsverhalten der Anwender. Insbesondere für die Zielgruppe der Jugendlichen sind Badges vor allem dann attraktiv, wenn diese Entwicklungen auch berücksichtigt werden. Mit unseren internationalen Kooperationspartnern arbeiten wir bereits daran, eine Lösung zu finden, um auch neue Entwicklungen und Trends auffangen und umsetzen zu können. Hier gibt es jedoch noch einen großen Entwicklungsbedarf.

Wo ordnen Sie die Badges im System der bereits bestehenden Nachweissysteme ein?

Bei den internationalen Maßnahmen der Projektpartner wurden teilweise Nachweissysteme wie zum Beispiel der Youthpass verwendet. Die Badges haben laut Rückmeldung aus den Projekten dazu beigetragen, das Ausfüllen dieser Nachweise zu vereinfachen. Die digitalen Lernabzeichen erwiesen sich also als eine Ergänzung und Bereicherung der bestehenden Nachweissysteme. Gewünscht wurde darüber hinaus eine technische Verknüpfung, sprich: die Jugendlichen möchten zukünftig ihre erworbenen Badges in andere Nachweissysteme exportieren und einbinden.

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Internationale Jugendarbeit wirkt. Und das sollten auch alle wissen. Um die Kompetenzen, die durch Jugendbegegnungen & Co. erworben wurden, sichtbar zu machen, setzen die .lkj) Sachsen-Anhalt und GOEUROPE! Sachsen-Anhalt auf digitale Learning Badges.

Der Badge

Ein Learning Badge ist eigentlich eine Grafik. Im Metacode des Bildes sind Informationen hinterlegt, die man mit einem Klick abrufen kann: Wem gehört der Badge? Wer hat ihn ausgegeben? Welche Fähigkeit oder Leistung bescheinigt das Abzeichen? Die Badges belegen einen Lernerfolg oder schlicht die Teilnahme an einer Maßnahme der internationalen Jugendarbeit.

Das Projekt

Im Rahmen von Learning Badges (youward) unterstützt die .lkj) Sachsen-Anhalt als Projektträger  zusammen mit GOEUROPE! Sachsen-Anhalt die Anbieter von internationalen Jugendmaßnahmen in Sachsen-Anhalt bei der Verwendung der digitalen Badges. Konkret bedeutet das: Die technischen Voraussetzungen stehen für die Projektpartner in Form der Online-Datenbank (youward.de) bereit. Die Projektkoordinatoren entwickeln mit den einzelnen Trägern individuelle Abzeichen und Anerkennungssysteme für ihre spezielle Maßnahme.

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